Landesfischereiverband Brandenburg - Berlin

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Presseservice - statistische Eckdaten zu Angel-/Erwerbsfischerei und Fischzucht im Land Brandenburg für das Jahr 2015 haben wir unter diesem Link zusammen gestellt

 

 

Des Fischers Frust in Prosa

geschrieben von Lars Dettmann (l.dettmann)
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„Naturschutzgebiet Mark Brandenburg“

In Brandenburger Feld und Flur
regt sich recht üppig die Natur.
Kormorane, viele Biber,
der NABU sieht das immer lieber.

Und wo schon diese Tiere leben,
soll’s bald auch wieder Wölfe geben.
Zum Schutz der Schafe auf dem Feld
werden  Zäune aufgestellt.

Die sind ganz dicht und mächtig hoch –
die Ossis kennen das ja noch.
Die Kosten haben ihn betroffen.
Auf Förderung muss er nicht hoffen.

Die Oderdeiche – grad‘ saniert - 
werden vom Biber torpediert.
Stahlmatten legt man drum ganz dicht
und hofft, der Schrottdieb merkt es nicht.

Geschlagen ist die Kormi – Schlacht,
ein Richter hat’s zu Fall gebracht.
Was NABU als Erfolg verbucht
nicht eignet sich zur Karpfenzucht.

Der Kormi – Zuwachs – man wird’s merken,
wird ein Problem alsbald verstärken:
nämlich dass heimlich hier im Land
schon manches Teichgebiet verschwand.

Um Kormi’s Endbestand zu lichten,
muss wohl der Waschbär noch was richten.
Doch sollte keiner je vergessen:
mit Fisch gab’s immer was zu essen.

Falls jetzt wer denkt, mehr kann nicht geh’n,
dem blüh’n die nächsten Schnapsideen.
Man meint, die Gegend zu verbessern –
mit Mooren alles zu verwässern.

Wir stopfen zu die Ablassrohre
und schon sind alle Teiche Moore!
Wenn man es richtig überlegt,
sind so die Teiche stillgelegt.

Auch Förster wären mit betroffen,
derweil der Baumbestand ersoffen.
Wo früher nur ein Bächlein war
sind heute Teiche – wunderbar!

Nun wird das Rad zurückgedreht,
wobei der Teich im Wege steht.
Das Bächlein muß halt wieder her,
da braucht’s den Teichwirt ja nicht mehr.

Die Bauern kriegen wir auch ran,
Schutzstreifen legen die jetzt an.
Dafür werden sie nicht entschädigt
und sind ruck- zuck gleich mit erledigt.

Was blüht nun FFH – Gebieten?
Dass sie zur Brachlandschaft gerieten!
Das wär‘ nun aber gar nicht fein –
soll’ns doch lieber die Moore sein?

Und Fischer, die hier noch rumlungern,
soll’n doch am langen Arm verhungern.
Für den, der doch Fisch essen muß
gibt’s schließlich den Pangasius.

Bald ist, wenn alles dies geschieht,
ganz Brandenburg ein Schutzgebiet!
Doch fänd‘ ich’s besser zu vergessen,
Natur in Regeln einzupressen.

Zeit wäre es, was zu verändern…
Klappt das nicht längst in andren Ländern?
So glaub ich an Entspannung kaum,
das bleibt wohl lange Zeit ein Traum!

Thomas Müller, Schlaubefisch e. G.

Letzte Änderung: 14.09.2011 am 22:54:50


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Kommentare

Waschbären sind keine Saubermänner von Gast am 24.02.2012 um 19:19:23
Hallo Lars,
es ist nicht mehr lustig, dass schwarze Robenträger über das Schicksal von Weiße-Westen-Freunden ( okay - der eine oder andere schwarze Fleck
( grins... )
befinden dürfen.
Frage : läuft da in Sachen Gerichtsurteil ein Deal in Brandenburg ???

BG Holger Pietzsch
nach dem Kater gehts dem Fischer wieder besser von Gast am 10.06.2013 um 08:08:38
OK - es gibt und gab durch menschlichen Eingriff nicht optimale Folgen. Hat der Mensch zuerst den Kormoran fast ganz ausgerottet, regte sich Widerstand und man hat möglicherweise im Siegesrausch den Bogen etwas überspannt, die ideale Kormorandichte etwas zu hoch angesetzt. Aber das wird sich schon noch herum sprechen.
Dass der Biber uns die Oder anstauen kann oder Oderdeiche zerwühlt, halte ich für Panikmache. Erstens sind nicht die Deiche die Lösung, sondern jeder Deich erhöht den Hochwasserpegel nebenan und irgendwo auf der Flusslänge ist ein Deich immer am schwächsten oder tiefsten. Nur ausreichend Flutungsreserveflächen (Polder wie bei Schwedt) können wirklich Schaden von ALLEN abwenden. Deiche sind nur das St. Florians Prinzip: Verschon mein Haus - zünd andre an!
Die Randstreifen sind langfristig keine Bauerngefährdung, sondern beherbergen Insekten, Lurche, Kriechtiere, Vögel und Kleinsäuger, die den Bauern beim Vernichten von Unkraut und Ungeziefer unterstützen. Hätten Sie lieber ordentlich DDT aufs Feld? Bauern werden nicht durch Naturschutz arm, sondern durch Handelsmonopole, durch Spekulation mit Nahrungsmitteln und durch globale Importe mit Exportförderung, die auch unsere EU gegen ausländische Bauern betreibt. Das versaut den Markt und man konkurriert ja nie mit echten Preisen anderer, sondern nimmt am großen Zocken mit wesentlich reicheren Gegenspielern teil.
Biber verwandeln Bäche in Teiche. Fischer auch. Warum wirtschaften Fischer nicht in neuen Biberteichen? Liegt das Aufgeben von Teichwirtschaft nicht vor allem an nicht preisdeckenden Verkaufspreisen. Pangasius definiert den Preis, und selbst ohne Kormoran und Biber dürfte es nun schwer sein, als Fischer deutsche Mieten, Autos und Löhne zu erwirtschaften. Wollen wir den wahren Feind nicht sehen? Wir sollten sauberes Wasser auch im Ablauf, fairen Lohn und Kormorankolonien auch bei Pangasiusfarmen fordern und sonst den Import stoppen! Die übliche Meckerei auf die Natur und ihre Schützer kann leider langfristig keine spürbare Verbesserung bringen, denn selbst wenn man den Naturschutz komplett wieder weg nimmt, wird die mehr erzeugte Fischmenge nur den Preis weiter in den Keller treiben wie bei Weizen, Kartoffeln und Schweinefleisch auch. Nur, dass man dann nebenbei noch dem Tourismus ein Bein weg schlug (positives Beispiel: Nationalpark Untere Oder). Besser ist: Weniger aufregen, konstruktiv zusammen arbeiten! Und nicht den Anderen zuerst immer böse Absicht oder Unfähigkeit unterstellen. Fischwirtschaft ist ebenso wie Naturschutz und Landwirtschaft eine sehr schützenswerte, für inneren Frieden, den stabilen Binnenmarkt und nationale Unabhängigkeit unverzichtbare Sache und muss gelegentlich auch mal miteinander auskommen und Kompromisse aushandeln. Und vielleicht auch gemeinsam Druck auf die Politik machen, Marktmanipulationen und globale Mafiastreiche abwehren.
Dipl.Agr.Ing. Peter Spangenberg

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