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Fisch des Jahres


Zander - Fisch des Jahres 2011

Posted by Lars Dettmann (l.dettmann) on [PUBL_DATE]
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Der Zander – Brandenburger Fisch des Jahres 2011 

Sein Zuhause sind die Tiefen unserer heimischen Gewässer. Er  ist nach dem Aal der wichtigste Fisch für die Erwerbsfischerei in der Mark Brandenburg und steht auch bei den Anglern hoch im Kurs. Das weiße, feste und grätenarme Fleisch macht den Zander zu einem der beliebtesten Speisefische unserer Region. Etwa 40 Tonnen Zander fangen Brandenburgs Berufsfischer jährlich. Auf dem gleichen Niveau wird sich die Fangmenge der Anglerschaft im Land Brandenburg bewegen.

Mit der Wahl des Zanders zum Fisch des Jahres 2011 möchte der Landesfischereiverband auf den Wert der Ressource Fisch in unseren Binnengewässern aufmerksam machen. Für 700 Arbeitskräfte unmittelbar in der Fischereiwirtschaft des Landes Brandenburg sind unsere Fischereibetriebe nicht nur Arbeitgeber, sondern auch touristische Anziehungspunkte gerade im ländlichen Raum. Frischer Fisch aus heimischen Gewässern ist ein Highlight in der Gastronomie und der privaten Küche. Angler aus anderen Bundesländern kommen nach Brandenburg, um hier ihrer Passion nachzugehen. So ermöglichen die Fischbestände unserer Gewässer eine weitreichende Wertschöpfung. Gegenwärtig importieren wir jedoch zwischen 80 und 90% des in Deutschland verzehrten Fisches als aller Welt. Grund genug, sich für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressource Fisch in unseren Gewässern einzusetzen.

Aber  nicht nur auf dem Teller ist der Zander ein interessanter Fisch. Während Hecht und Barsch im trüben Wasser wegen fehlender Sicht Probleme bei der Jagd haben, hilft dem Zander sein ausgeprägter Geruchssinn. Das verschafft ihm gegenüber den hauptsächlich auf Sicht jagenden Konkurrenten entscheidende Vorteile. Deshalb dominieren Zander in Gewässern mit stärkerer Algentrübung. Er gehört zu den wenigen heimischen Fischarten, die eine echte Brutpflege betreiben.  Diese ist bei den Zandern übrigens reine Männersache. Sobald die Frühlingssonne die Gewässer auf etwa 14°C erwärmt hat, ist der männliche Zander im Stress. Er legt das Laichnest an, indem er den Untergrund sorgfältig mit der Schwanzflosse von feinen Sedimenten befreit. Anschließend wird die Auserkorene zu diesem Laichnest gelotst. Dort legt sie je kg eigenem Körpergewicht ca. 200.000 kleine, klebrige Eier ab, die sich am Untergrund festheften. Sobald der zukünftige Papa seinen Teil zur Zeugung beigetragen hat, ist es mit der Zuneigung auch schon vorbei. Das Weibchen wird vom Laichnest vertrieben und der werdende Vater kümmert sich allein um den Nachwuchs. Mit den Flossen fächert er den Eiern rund um die Uhr Frischwasser zu und verteidigt das Gelege sehr energisch gegen jeden Eindringling. So kommt es vor, dass Badende sich furchtbar erschrecken, weil ihnen plötzlich jemand in die Wade zwickt. Auch vor Tauchern zeigt ein werdender Zandervater keinen Respekt. Kommen die dem Gelege zu nahe, bläst er zum Angriff. Die väterliche Fürsorge endet nach etwa einer Woche mit dem Schlupf der Zanderlarven. Die sind zu diesem Zeitpunkt nur 5mm groß und ernähren sich von Kleinkrebsen. Doch schon am Ende ihres ersten Sommers besinnen sie sich darauf, Raubfische zu sein und stellen anderen Jungfischen nach. Ab diesem Zeitpunkt steht alles auf dem Speiseplan, was Flossen hat und ins Maul passt. Auch kleinere Artgenossen müssen sich nun vorsehen, denn wie viele andere Fischarten haben auch Zander einen gewissen Hang zum Kannibalismus.

Weil die Nachfrage im Land das Angebot um ein Vielfaches überschreitet, wird gegenwärtig der größte Teil des in Fischtheken und Gaststätten angebotenen Zanders als Tiefkühlfisch importiert. Doch das soll sich ändern. Wissenschaftler am Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow haben Wege gefunden, Zander allein durch die gezielte Veränderungen von Wassertemperatur und Beleuchtungszeiten in den Becken unabhängig von der Jahreszeit zum Ablaichen zu bringen. So kann man unter kontrollierten Bedingungen Zanderbrut erzeugen, die dann auch als Besatzmaterial für Fischzuchten zur Verfügung steht. Erste, vielversprechende Ergebnisse zeigen, dass sich in Teichwirtschaften neben Karpfen auch Zander erfolgreich produzieren lässt. So wird in den kommenden Jahren mehr frischer Zander aus der Region zur Verfügung stehen.


Daten zur Fischerei im Land Brandenburg

- Gewässerfläche Brandenburg = 100.700 ha
- 138 Fischereibetriebe im Haupterwerb / 111 im Nebenerwerb
- im Bundesvergleich größter Binnenfischereisektor / fast jeder dritte (Binnen-)Fischereibetrieb Deutschlands hat seinen Sitz in Brandenburg

- Fangerträge Binnenfischerei Brb (2009):             

 518 Tonnen Speisefisch – davon
 129 Tonnen Aal
   81 Tonnen Hecht
   44 Tonnen Zander
   27 Tonnen Karpfen (Wildfang)

- Gesamtaufkommen Fischproduktion mit Karpfen- und Forellenzucht (2009): 

 1928 Tonnen Speisefisch

- Fischkonsum in Deutschland = 16 kg / Kopf und Jahr
- Einwohnerzahl Region Berlin/Brandenburg = 5,9 Mio
- rechnerischer Fischverbrauch:  ca. 95.000 Tonnen pro Jahr
- damit kommen ganze 2% des konsumierten Fisches aus der Region
- Deutschland importiert insgesamt zwischen 80 und 90% des hier verzehrten Fisches aus aller Welt
- Importe von Pangasius aus Vietnam und Lachs aus Chile, während wir uns in Deutschland die nachhaltige Nutzung der eigenen Fischereiressourcen mehr und mehr verbauen.

Beispiele:

o Konflikte mit dem Naturschutz (Flächenentzug und Nutzungseinschränkungen, Kormoranproblem)
o Freizeitnutzung – Liegeplätze, Wasserski-Strecken … (wo früher noch breite Schilfgürtel waren, haben wir heute „Steggürtel“)
o Ausbau und Stauregulierung der Gewässer zu Gunsten der Binnenschifffahrt

Last changed: 04.01.2011 at 08:51:05

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